CVJM Dußlingen-Gomaringen 2 – CVJM Walddorfhäslach 33:38 n.V. (17:13)

Allerechte Erste sichert sich im umkämpften Halbfinale den Sieg in der Verlängerung.

Am 18. April ging es für unsere Frauenmannschaft unter dem Trainer-Duo Christian G. und Christian B. (besser bekannt als Chrisi und Louisle) auf den Hönisch nach Dußlingen. Die Mission: Halbfinale! Nach einer starken Hauptrunde auf Platz 2 sollte nun auch gegen den Tabellendritten ein Sieg her. Die bisherigen Partien gegen die „Zwoide“ aus Dußlingen-Gomaringen diese Saison ließen mit einer Niederlage (32:38) und einem Sieg (24:20) auf ein Spiel auf Augenhöhe schließen.

Pünktlich wie eine schwäbische Küchenuhr wurde die Partie um 14 Uhr eröffnet. Das Problem: Die Taktikbesprechung, den Biorhythmus auf diese ungewohnt frühe Anwurfzeit anzupassen, hatte bei einigen anscheinend noch nicht gefruchtet. Die Mannschaft verschlief den Start komplett und lud die Gastgeberinnen förmlich zum Tore werfen ein.

Vielleicht lag es auch am Klima: In der Dußlinger Halle ließen sich die Fenster nicht öffnen, was die Spielstätte innerhalb kürzester Zeit in eine überdimensionierte Sauna verwandelte. Während es im Flur zu den Umkleiden herrlich kühl war, fühlte sich das Spielfeld nach einem Dauer-Aufguss an.

Nach 11 Minuten und einem ernüchternden 8:2-Rückstand zog Trainer Chrisi die Notbremse. Er griff tief in die Taktik-Trickkiste und gab dem Team eine revolutionäre Erkenntnis mit auf den Weg: „Leute, beim Handball darf man sich auch bewegen – nur rumstehen zählt nicht!“ Mit diesem Masterplan im Hinterkopf wachte das Team endlich auf, trotzte der stehenden Hitze und kämpfte sich bis zur Pause auf vier Tore heran.

Frisch aus der Kabine zeigte die Walddorfer Abwehr endlich Zähne. Stück für Stück schmolz der Rückstand, bis in der 50. Minute der Ausgleich und kurz darauf die Führung fielen. Dass das Spiel gedreht wurde, lag auch an einem bärenstarken Rückhalt: Eva-Maria präsentierte im Tor kunstvolle Akrobatik und pushte die Mannschaft zu Höchstleistungen. Auch im Angriff lief die Maschinerie jetzt auf Hochtouren: Die Außenspielerinnen überzeugten mit schönen Aktionen, bei denen der Ball immer wieder im Tor untergebracht wurde. Leah zimmerte ihre Rückraumfackeln ins Netz, während Marie sich mit vollem Körpereinsatz durch die Abwehr wühlte – ganz nach dem Vorbild unserer Kreisläuferinnen Debora und Tabea. Wer dieses Trio stoppen wollte, musste hart zugreifen, was Annika am 7-Meter-Strich eiskalt bestrafte. Ina und Antonia bewiesen Variabilität nicht nur beim Sauna-Aufguss, sondern auch bei der Positionswahl und zeigten ihr Können sowohl im Rückraum als auch auf Außen.

Doch so leicht wollte Dußlingen den Finaleinzug nicht hergeben. Die Uhr zeigt 59:56. Spielstand: 31:30 für Walddorfhäslach. Ein langer Pfiff. 7-Meter für Dußlingen UND eine 2-Minuten-Strafe gegen uns. Die Nerven auf der Tribüne flattern. Treffer. 4 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit fällt der 31:31 Ausgleich. Abpfiff. Das bedeutet: 10 Minuten Verlängerung, und die ersten zwei Minuten davon müssen in Unterzahl überstanden werden.

Trainer Chrisi verkündete optimistisch: „Wir haben die zweite Halbzeit mit 4 Toren gewonnen, jetzt gewinnen wir auch die Nachspielzeit mit 4 Toren!“ Doch er wurde prompt von Mattia korrigiert: „Ne, mit 5!“

Und während das Team sich auf die letzten 10 Minuten einschwor, leistete das Trainergespann am Seitenrand körperliche Schwerstarbeit. Chrisis Fitnessuhr glühte förmlich: Ein Maximalpuls von 165 und stolze 4.000 Schritte, nur durch das Hin- und Herlaufen in der Coaching-Zone! Das ist quasi die sportliche Qualifikation für einen Marathon, nur mit mehr Adrenalin und weniger Getränkepausen.

Das Orakel von Walddorf behielt recht: In der Verlängerung zündete die Mannschaft den Turbo. Angetrieben von bester Stimmung der noch dazu in der Lage gebliebenen Spielerinnen auf der Bank hielten die Mädels trotz anfänglicher Unterzahl stand und setzten am Ende zu einem unfassbaren 5:0-Lauf an.

Endstand: 38:33! Damit ist das Finalticket gebucht. Mattia macht dem 7:1-Fußball-WM 2014 Halbfinale Tippgeber Konkurrenz („Das wird ein knackiger 5-Tore Sieg!“), Chrisi hat den Kalorienverbrauch einer ganzen Woche hinter sich und die Mannschaft steht verdient im Finale!

Ein Sieg in dieser hitzigen Atmosphäre ohne Rückhalt von außen wäre kaum möglich gewesen: Ein ganz großes Dankeschön geht an unsere mitgereisten Fans! Eure Unterstützung hat uns durch die „Sauna-Phasen“ getragen und uns die nötige Kühle in der Verlängerung gegeben.

Tipps für den Ausgang des Endspiels könnt ihr ab sofort abgeben. Das große Finale findet am 26.04.um 17 Uhr in Walddorfhäslach statt. Wir freuen uns auf euren lautstarken Support in unserem ersten Finale!

Es spielten: Eva-Maria Nonnenmacher (Tor), Salome Jarck (Tor), Jule Schumacher (4), Antonia Eilebrecht, Marie Backmund (8), Annika Gaiser (2+6), Ina Wiedemann (7), Leonie Wurster, Miriam Peibst, Tabea Nonnenmacher (1), Debora Nonnenmacher (1), Leah Troost (6+1), Helen Stadelmaier (2), Mattia Kuhn, Hanna Kleß.

Es coachten: Chrisi Griesinger, Christian Beck, Aline Pfeffer.