CVJM Walddorfhäslach – TSV Neckartenzlingen 38:30 (18:15)

Im Derby am Sonntagabend, was zugleich Topspiel Erster gegen Dritter war, kann WaHä dem Tabellenführer aus Neckartenzlingen die erste Saisonniederlage zufügen.

Dear friends,

in der Eichenkreuzliga musste man sich bisher das Derby aus Ermangelung an Nachbarschaftsduellen „erschaffen“, was bislang zu einigen Spitzen im Tübinger Umfeld geführt hat. Da WaHä aber seit dieser Spielzeit im BWHV antritt und laut Google Maps die beiden Sporthallen von Walddorfhäslach und Neckartenzlingen nur 7,3 km trennen, dürfen wir im Duell gegen den derzeitigen Klassenprimus endlich von einem echten Derby sprechen. Halleluja. Nachdem das Hinspiel in Neckartenzlingen noch deutlich zugunsten der Neckargänse ausging (30:21), wollte man es diesmal in heimischer Halle besser machen. „Die Motivation eine Niederlage aus dem Hinspiel wettzumachen, ist durchaus beträchtlich. Böse Zungen behaupten, aus diesem Grund hatten wir uns entschieden, in der Hinrunde mit Fleiß 3 Spiele zu verlieren.“ Diese wohltemperierten Sätze stammen von Abwehrspezialist Nils Wiedemann, die wohl zum Nachdenken anregen sollen.
Die Halle war hergerichtet und stimmungsvoll betraten die Mannen von Coach Edgar Delorme-Grau das Spielfeld. Die vollbesetzte Tribüne sah ein zu Beginn ausgeglichenes Spiel und die Heimmannschaft konnte sich erst beim 7:5 zum ersten Mal mit zwei Toren einen kleinen Vorsprung erspielen. Antreiber und treibende Kraft war zweifelsohne Noah Neuscheler, der vermutlich wie alle Schalke Fans durch den Transfer von Edin Dzeko neue Kraft schöpfen konnte. Immer wieder ging er kompromisslos in die gegnerische Abwehr und versuchte ein Tor zu erzielen, zumeist mit Erfolg. Letztendlich stand er bei 12 Toren, und eifert damit seinem Bruder Aaron Neuscheler nach, der nach einigen komödiantischen Highlights von der Bank in den letzten Spielen dieses Mal etwas ruhiger und taktischer kommentierte: „Die Lücke sieht gut aus, die würde ich nehmen“.
Neckartenzlingen tat sich mit der Walddorfer Abwehr, Simeon Weyl im Tor und zu guter Letzt auch mit dem fehlenden Harz am Ball schwer, Tore zu erzielen. Anders die WaHäer Truppe, die sich in diesem Spiel auf viele treffsichere Spieler verlassen konnte. Zum einen schweißte Veteran Jakob Dienes mal wieder einige Eisen von Außen unters Tordach und machte dabei wie zumeist eine hervorragende Figur. Zum anderen waren da aber auch Manuel Schaal, der fröhlich glockte und Starspieler Philipp Komenda: „Sobald meine Dynamik nachlässt, was vermutlich frühestens in 10 Jahren der Fall sein wird, wechsle ich die Position innerhalb der Mannschaft. Gerne würde ich nämlich meine zweite große Leidenschaft, das Angeln, mit dem Handball verbinden, und deswegen im Tor ein paar Bälle fischen und Harpunen werfen“. Bis dahin gleitet er grazil durch die gegnerische Abwehr und schießt noch ein paar Tore. Der letzte Baustein des erfolgreichen Derbysieges war schließlich Tom Gaiser, der in den letzten Wochen wieder vermehrt im Easy-Bowl Metzingen gesichtet worden ist. „Back to the roots“, wie man so schön sagt, wird der sympathische WaHäer zitiert. Der Fokus auf seine Kernkompetenzen zeigte Wirkung, und so wurde ihm kein einziger 7m zurückgepfiffen. Da lacht doch das Handballerherz.
Alles in allem war es eine hervorragende Teamleistung, die keine Wünsche übrig lässt. Selten war Coach Edgar Delorme-Grau so beseelt in der Kabine nach dem Spiel anzutreffen, was zu guter Stimmung führte.
Am nächsten Samstag geht es auswärts direkt weiter gegen Aidlingen-Ehningen (Samstag 28.02. 18 Uhr), hier gilt es die bisher einzige Heimniederlage wettzumachen. Let’s go.
Es spielten:
Clemens Kern-Tilp, Simeon Weyl (Tor), Joel Wandel, Philipp Komenda (3), Nils Wiedemann (1), Tom Gaiser (7), Silas Neuscheler (3), Manuel Schaal (3), Daniel Neuscheler (1), Jakob Dienes (4), Robin Schlecht, Lukas Lachenmann (4), Noah Neuscheler (12)
Offizielle: Edgar Delorme-Grau, Chrisi Griesinger, Aaron Neuscheler, Jan Lerner, Jonathan Frech

JD & CKT